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V

Verabschiedung

In der Gebärdensprachgemeinschaft dauern Verabschiedungen oft lange, da diejenigen, die gehen, sich häufig bei allen Anwesenden verabschieden möchten und es viel zu erzählen gibt. Typische Formeln zur Verabschiedung in der Deutschen Gebärdensprache sind TSCHÜSS, BIS MORGEN oder GUTE NACHT. Unüblich sind hingegen Formulierungen wie AUF WIEDERSEHEN.


TSCHÜSS

Verben

Viele Verben in der DGS können je nach sprachlichem und grammatikalischem Kontext auch als Nomen eingesetzt werden. So ist die Gebärde UNTERRICHTEN identisch mit der Gebärde UNTERRICHT, HELFEN mit HILFE etc. Lediglich das Mundbild wird entsprechend angepasst, die Ausführung an sich bleibt unverändert.


UNTERRICHTEN

Verneinung

Eine mögliche Form für die Verneinung eines Verbs in der DGS besteht in einer verneinenden Mimik: Dafür wird gleichzeitig mit der Ausführung der Grundform der Gebärde der Kopf geschüttelt und die Stirn gerunzelt. Auf diese Weise wird aus VERSTEHEN dann NICHT-VERSTEHEN, die explizite Gebärde NICHT ist nicht mehr notwendig.


NICHT-VERSTEHEN

Verneinung bei Modalverben

Bestimmte Modalverben wie KANN, MUSS, DARF oder SOLL (sowie das Vollverb BRAUCHEN) werden in der DGS verneint, indem die Grundform der Gebärde durch eine sogenannte Alpha-Bewegung ergänzt wird: Mit der Handform der Grundgebärde wird der griechische Buchstabe „a” (Alpha) in die Luft geschrieben.


MEIN EHEMANN KANN-NICHT KUCHEN BACKEN.



DU KNIE-SCHMERZEN, DU SPORT WIE-LANGE DARF-NICHT?

Andere Modalverben wie MÖGEN oder WOLLEN werden hingegen verneint, indem ihre Grundform ausgeführt wird, gefolgt von der Gebärde NICHT (NEIN mit dem Mundbild „nicht”).

Verortung von Gebärden

Die Gebärdensprache verfügt über eine ganze Bandbreite an visuellen Optionen, eine Äußerung zu strukturieren. In Lektion 45 des A1-Kurses findest Du einige gute Beispiele für die Möglichkeit, Objekte im Gebärdenraum zu verorten, um eine Struktur zu schaffen und in der weiteren Äußerung darauf Bezug nehmen zu können. Denn gerade für den Vergleich von Objekten ist das sinnvoll: Zunächst werden die Objekte im Gebärdenraum links und rechts verortet. Anschließend kann durch die Z-Gebärde auf die Objekte verwiesen werden, ohne dass diese erneut explizit erwähnt werden müssen. Diese Verortung bleibt so lange bestehen, bis das Gesprächsthema gewechselt wird.


VERGLEICH C-A-R-O IHR BABY Z-links, Z-rechts R-I-T-A IHR BABY, Z-links MEHR JUNG.


Auch Richtung und Lage von Gebärden, die sich von Punkt A nach Punkt B bewegen, können verändert und spontan an die Gegebenheiten angepasst werden: Im aktuellen Beispiel werden die Gebärden BIS und KILOMETER nicht in ihrer Grundform verwendet, sondern angepasst an die im Gebärdenraum verorteten Gebärden DORF und STADT. Auf diese Weise, durch die Bildhaftigkeit der Anordnung der Gebärden zueinander, wird eine Äußerung noch besser und klarer verständlich.


DORF Z-Dorf BIS Z-Stadt STADT, UNGEFÄHR 30 KILOMETER.


VOLL

Die in Lektion 6 des A2-Kurses (Lern-O-Meter "i" in der Mitte der Lektion) eingeführte Gebärde VOLL bezieht sich auf Behälter und Mengen unbelebter Objekte, also auf Listen, Kurse, Schüsseln etc.

VOLL


Wenn Menschen konkret Räume füllen und diese „voll“ sind – sei es ein Saal oder eben ein öffentliches Verkehrsmittel – so wird die hier gezeigte Gebärde VOLL-Menschen verwendet, die für eine strömende Menschenmenge steht.


VIERTEL-NACH 8 MORGENS U-BAHN VOLL-Menschen.