Sprachliche, kulturelle und grammatikalische Hinweise
Abschlussbedingungen
Hier findest Du alle sprachlichen, kulturellen und grammatikalischen Hinweise aus den Kursen A1 und A2 zusammengefasst.
Sie können das Glossar über das Suchfeld oder das Stichwortalphabet durchsuchen.
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VerbenViele Verben in der DGS können je nach sprachlichem und grammatikalischem Kontext auch als Nomen eingesetzt werden. So ist die Gebärde UNTERRICHTEN identisch mit der Gebärde UNTERRICHT, HELFEN mit HILFE etc. Lediglich das Mundbild wird entsprechend angepasst, die Ausführung an sich bleibt unverändert. UNTERRICHTEN | ||
VerneinungEine mögliche Form für die Verneinung eines Verbs in der DGS besteht in einer verneinenden Mimik: Dafür wird gleichzeitig mit der Ausführung der Grundform der Gebärde der Kopf geschüttelt und die Stirn gerunzelt. Auf diese Weise wird aus VERSTEHEN dann NICHT-VERSTEHEN, die explizite Gebärde NICHT ist nicht mehr notwendig. NICHT-VERSTEHEN | ||
Verneinung bei ModalverbenBestimmte Modalverben wie KANN, MUSS, DARF oder SOLL (sowie das Vollverb BRAUCHEN) werden in der DGS verneint, indem die Grundform der Gebärde durch eine sogenannte Alpha-Bewegung ergänzt wird: Mit der Handform der Grundgebärde wird der griechische Buchstabe „a” (Alpha) in die Luft geschrieben. MEIN EHEMANN KANN-NICHT KUCHEN BACKEN. DU KNIE-SCHMERZEN, DU SPORT WIE-LANGE DARF-NICHT? Andere Modalverben wie MÖGEN oder WOLLEN werden hingegen verneint, indem
ihre Grundform ausgeführt wird, gefolgt von der Gebärde NICHT (NEIN mit dem Mundbild „nicht”). | ||
Verortung von GebärdenDie Gebärdensprache verfügt über eine ganze Bandbreite an visuellen Optionen, eine Äußerung zu strukturieren. In Lektion 45 des A1-Kurses
findest Du einige gute Beispiele für die Möglichkeit, Objekte im
Gebärdenraum zu verorten, um eine Struktur zu schaffen und in der
weiteren Äußerung darauf Bezug nehmen zu können.
Denn gerade für den Vergleich von Objekten ist das sinnvoll: Zunächst
werden die Objekte im Gebärdenraum links und rechts verortet.
Anschließend kann durch die Z-Gebärde auf die Objekte verwiesen werden,
ohne dass diese erneut explizit erwähnt werden müssen. Diese Verortung
bleibt so lange bestehen, bis das Gesprächsthema gewechselt wird. VERGLEICH C-A-R-O IHR BABY Z-links, Z-rechts R-I-T-A IHR BABY, Z-links MEHR JUNG. Auch Richtung und Lage von Gebärden, die sich von Punkt A nach Punkt B bewegen, können verändert und spontan an die Gegebenheiten angepasst werden: Im aktuellen Beispiel werden die Gebärden BIS und KILOMETER nicht in ihrer Grundform verwendet, sondern angepasst an die im Gebärdenraum verorteten Gebärden DORF und STADT. Auf diese Weise, durch die Bildhaftigkeit der Anordnung der Gebärden zueinander, wird eine Äußerung noch besser und klarer verständlich. DORF Z-Dorf BIS Z-Stadt STADT, UNGEFÄHR 30 KILOMETER. | ||
VOLLDie in Lektion 6 des A2-Kurses (Lern-O-Meter "i" in der Mitte der Lektion) eingeführte Gebärde VOLL bezieht sich auf Behälter und Mengen unbelebter Objekte, also auf Listen, Kurse, Schüsseln etc. VOLL Wenn Menschen konkret Räume füllen und diese „voll“ sind – sei es ein Saal oder eben ein öffentliches Verkehrsmittel – so wird die hier gezeigte Gebärde VOLL-Menschen verwendet, die für eine strömende Menschenmenge steht. VIERTEL-NACH 8 MORGENS U-BAHN VOLL-Menschen. | |