Hallo Jenny,
danke für Deinen Beitrag. Mein Kollege Jochen hat zu Deiner Frage einen hilfreichen Beitrag verfasst, den ich Dir nicht vorenthalten möchte:
Die Z-Gebärde kann mehrere Funktionen haben:
1. Ein Ort oder auch eine Person, Firma, Gegenstand etc. kann zunächst genannt und mit der Z-Gebärde im Gebärdenraum verortet werden. Im weiteren Gespräch genügt es dann, mit der Z-Gebärde auf den verorteten Punkt zu zeigen, ohne erneut das verortete Objekt explizit nennen zu müssen. Das wäre dann eine Verwendung als Pronomen (Z-er, Z-sie, Z-Gegenstand, Z-Firma ...)
2. Es kann mit Hilfe der Z-Gebärde auch aus einer unbestimmten Menge ein bestimmtes Item "hervorgehoben" werden. Also FRAU PERSON++, Z-diese -> "genau diese eine bestimmte Frau". Hier wird die Gebärde von einer bestimmten Mimik / Mundgestik begleitet, so ähnlich wie "sss"
3. Bei der Verortung von Städten/Orten geht es zunächst in DGS oft um die Unterscheidung zwischen "hier" und "dort". Ganz typischerweise wird eine Ortsgebärde auf diese Weise begleitet: Wenn ich irgendwo in Deutschland einen Vergleich anstelle zwischen Deutschland und einem anderen Land, werden sehr oft die genannten Orte entsprechend lokalisiert: DEUTSCHLAND Z-hier WINTER KALT, SPANIEN Z-dort WINTER WARM. Gleiches gilt dann auch für Orte innerhalb Deutschlands oder auch benachbarte Orte - es wird sehr häufig spezifiert, was "hier" und was "dort" ist (auch wenn es eigentlich auf der Hand liegt, aber das ist einfach eine sprachlich-kulturelle Konvention).
4. Gerade Orte, aber auch Personen werden oft aus einem der genannten Gründe durch die Z-Gebärde begleitet, oft auch aus einer Mischung aus den genannten Gründen. Es geht aber auch ohne - es ist nicht grammatikalisch falsch, die Z-Gebärde in diesem oder jenem Satz wegzulassen, es gibt da keine klare Regel, die das in "immer richtig" oder "immer falsch" einteilt. Es hat auch viel mit Sprachgefühl zu tun. Das ist für anfänglich Lernende oft unbefriedigend und kann anhand von Lernvideos auch nicht umfassend vermittelt werden. Man bekommt ein Gespür dafür, je mehr man im Alltag auf Gebärdensprachnutzer*innen trifft und dort lebendige DGS kennenlernt. Im eigenen Sprachgebrauch ist anders herum (und vielleicht beruhigenderweise) die Z-Gebärde nichts, was man zwingend hundertprozentig beherrschen muss, bevor man tiefer einsteigt.
Der richtige Umgang damit kommt mit der Zeit.
Das wird Dir sicher weiterhelfen.
Beste Grüße
Pia
manimundo Support-Team