Hallo Christina,
vielen Dank für die wichtige Frage. Sie zeigt uns, dass wir die Verwendung der beiden Gebärden KOCHEN-aktiv und KOCHEN-passiv noch nicht ausreichend erklärt haben. Vielleicht hast Du mittlerweile gesehen, dass es dazu in Lektion 14 einen grammatikalischen Hinweis gibt. Diesen haben wir jetzt noch einmal etwas ausführlicher ergänzt. Der mittlere Teil ist dank Deiner Rückmeldung dazu gekommen:
Sprachlicher Hinweis zu den verschiedenen Gebärden für „kochen”:
Die Gebärde KOCHEN-aktiv, die hier verwendet wird, entspricht in ihrer Bedeutung der durch eine Person vorgenommenen Handlung „kochen”. Daneben gibt es noch eine weitere Gebärde KOCHEN-passiv, welche den Aggregatzustand einer Flüssigkeit beschreibt, also beispielsweise WASSER KOCHEN-passiv (Das Wasser kocht).
Auch wenn sich dahinter keine aktive Tätigkeit verbirgt, wird die Gebärde KOCHEN-passiv je nach Kontext aber ebenfalls als Handlungsverb eingesetzt, wie wir in der vorherigen Lektion gesehen haben: ICH KARTOFFEL KOCHEN-passiv. Übersetzt: Ich koche Kartoffeln. Hier passt das bildhafte Verb KOCHEN-aktiv mit dem Umrühren des Kochlöffels nicht zu realen Handlung des Kartoffelkochens (ohne Kochlöffel/Umrühren), und daher ist in diesem Kontext die Gebärde KOCHEN-passiv zu verwenden.
Was für den Moment kompliziert klingt, wird mit wachsendem Sprachgefühl einfacher und selbstverständlicher: feste grammatikalische Regeln durch kontextbezogene Ausnahmen zu ergänzen. Das macht Sprache lebendig :-)
Übrigens: Die zuletzt genannte Gebärde, an der eigenen Brust ausgeführt und durch eine bestimmte Mundgestik (aufgeblasene Wangen) begleitet, bedeutet so viel wie „innerlich kochen/ wütend sein”.
Hoffentlich ist das jetzt insgesamt etwas klarer geworden.
Beste Grüße
Jochen
manimundo Support-Team