In der DGS gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sogenannte „produktive Gebärden” einzusetzen. Dabei handelt es sich um Gebärden, die nicht standardisiert in einem Lexikon zu finden sind. Sie werden vielmehr situativ angepasst an die jeweilige Aussageabsicht in einem bestimmten Kontext. Dabei gibt es aber feststehende Regeln, also einen festen „Werkzeugkasten” an Handformen, Bewegungsmöglichkeiten etc., aus denen eine produktive Gebärde entstehen kann.
Eine Form von produktiven Gebärden sind die Substitutor-Handformen, bei denen die Hand für ein Lebewesen, einen Gegenstand oder auch einen Teil davon steht. Im konkreten Fall stellt die flache Hand die Tür dar, die geschlossen wird: ZU-Tür.
Hingegen ist die Handform, die das Fenster schließt, ein Beispiel für eine Manipulator-Handform. Bei dieser Art von produktiven Gebärden steht die Hand für sich selbst bzw. für eine bestimmte Handlung, die sie vornimmt. In unserem Beispiel umfasst sie „als Hand” den Fenstergriff: ZU-Fenster.
BITTE TÜR ZU-Tür, FENSTER ZU-Fenster.
Hier siehst Du noch ein Beispiel für produktive Gebärden, genauer eine
Manipulator-Gebärde. Auch in diesem Fall stellt die Hand sich selbst
dar: Sie dreht den Deckel einer Flasche und öffnet diese.
Grammatikalischer Hinweis zur Verneinung:
Soll eine Aussage verneint werden, so wird in der Regel zunächst der
Aussagesatz geäußert, gefolgt von der Gebärde NEIN und einer verneinenden Gestik/ Mimik am Ende des Satzes.