Schulunterricht für gehörlose Kinder

Die Unterrichtssprache in Schulklassen mit gehörlosen Kindern ist heutzutage immer häufiger die DGS, manchmal auch LBG, in Ausnahmefällen auch noch Deutsch (Deutsch als Unterrichtsfach gibt es selbstverständlich immer). Das war nicht immer so: Noch vor wenigen Jahren gab es eine sehr große Fraktion in der Gehörlosenpädagogik, die sich gegen die DGS als Unterrichtssprache aussprach und darauf pochte, dass jeglicher Unterricht in deutscher Lautsprache stattfand. Dass es durch die damit einhergehenden Verständnisschwierigkeiten zu einem erheblichen Verlust an Informationsfluss kam und somit Unterrichtsinhalte oft auf der Strecke blieben, wurde billigend in Kauf genommen. Wichtiger war, dass die Sprache der Mehrheitsgesellschaft verwendet und erlernt wurde. Die Gebärdensprache hatte einen schweren Stand, war als Faktor der Ausgrenzung aus der Gesellschaft verpönt. Erst in den letzten Jahren verändert sich dieses Bild nach und nach, es gibt immer mehr Lehrkräfte, die die DGS beherrschen (auch immer mehr gehörlose Lehrkräfte), und es setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass Deutsch als Zweitsprache viel besser zu lernen ist, wenn es auf die solide Basis der DGS als Erstsprache aufbauen kann. Schulklassen mit gehörlosen Kindern sind in der Regel deutlich kleiner als diejenigen an Regelschulen. Ganz typisch ist der Aufbau der Tische in einer U-Form, sodass alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkraft einander gut sehen können.

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