Kommunikation in der Gebärdensprachgemeinschaft

Die Kommunikation innerhalb der Gebärdensprachgemeinschaft ist sehr stark von Direktheit geprägt. Anders als bei Hörenden untereinander tauscht man sich ganz direkt und ohne Zurückhaltung auch über körperliche Eigenschaften aus oder fragt nach Themen oder Inhalten, die im Gespräch unter Hörenden – zumal wenn diese nicht eng befreundet oder familiär verbunden sind – eher als zu intim eingestuft werden würden. Klingt nach Klischee, kann aber tatsächlich häufig beobachtet werden und ist für Neulinge in der Gebärdensprachgemeinschaft sicher manchmal gewöhnungsbedürftig. Da kann es durchaus zu dem einen oder anderen Culture-Clash-Moment im Umgang miteinander kommen. Unser Tipp: Dickes Fell anziehen, der Offenheit eine Chance geben, dann kann diese schnell als wohltuend und befreiend empfunden werden ... Ein anschauliches Beispiel für die angesprochene Offenheit besteht in den vielen Gebärdennamen, die sich von körperlichen oder charakterlichen Eigenschaften der Person ableiten. So können ein runder Bauch, eine auffallende Nase oder ein aufbrausender Charakter ohne Weiteres dazu führen, dass diese Eigenschaft als Gebärdenname für diese Person auserkoren (und von dieser gerade nicht als beschämend oder stigmatisierend empfunden) wird.

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