Die Gebärde SCHNEIDEN-Messer unterscheidet sich zunächst grundsätzlich von der Gebärde SCHNEIDEN-Schere.
Sie gehört darüber hinaus zu den Gebärden, die situativ angepasst werden können und müssen. So findet zum einen eine Anpassung an das Objekt, das geschnitten wird, statt: Die passive Hand „hält“ das Objekt, und die Handform verändert sich, wenn eine Knoblauchzehe oder eine Aubergine geschnitten wird. Darüber hinaus wird auch die Schneidebewegung selbst angepasst: Das Schneiden von Scheiben unterscheidet sich in der Bewegung von dem Schneiden von Vierteln, aber auch die Schneidegeschwindigkeit – vorsichtig eine Scheibe abschneiden oder schnell Gemüse klein schnippeln - wird je nach Aussageziel durch die entsprechende Ausführung der Gebärde abgebildet. Zu guter Letzt wird die Handform der aktiven Hand je nach Klinge angepasst: Während eine breite Klinge durch die Flachhand abgebildet wird, kann eine schmalere Klinge durch den Zeigefinger oder eine Kombination aus Zeige- und Mittelfinger gezeigt werden. Also Vorsicht, schneide Dich nicht vor lauter Auswahl!
Diese Art von Gebärden werden übrigens Substitutoren genannt, weil die Hand einen bestimmten Gegenstand „ersetzt“ bzw. „darstellt“.