Die Gebärde KOCHEN-aktiv, die hier verwendet wird, entspricht in ihrer Bedeutung der durch eine Person vorgenommenen Handlung „kochen”.
MORGEN NACHMITTAGS MEIN OMA FISCH SUPPE KOCHEN-aktiv.
Daneben gibt es noch eine weitere Gebärde KOCHEN-passiv, welche den Aggregatzustand einer Flüssigkeit beschreibt, also beispielsweise WASSER KOCHEN-passiv
(Das Wasser kocht).
Auch wenn sich dahinter
keine aktive Tätigkeit verbirgt, wird die Gebärde KOCHEN-passiv je nach Kontext
aber ebenfalls als Handlungsverb eingesetzt, wie wir im folgenden Beispiel sehen:
ICH HUNGER, JETZT ICH KARTOFFEL KOCHEN-passiv.
Übersetzt: Ich habe Hunger und koche jetzt Kartoffeln.
Hier passt das bildhafte Verb KOCHEN-aktiv mit dem Umrühren
des Kochlöffels nicht zu realen Handlung des Kartoffelkochens (ohne
Kochlöffel/Umrühren), und daher ist in diesem Kontext die Gebärde KOCHEN-passiv
zu verwenden.
Was für den Moment kompliziert klingt, wird mit wachsendem Sprachgefühl
einfacher und selbstverständlicher: feste grammatikalische Regeln durch
kontextbezogene Ausnahmen zu ergänzen. Das macht Sprache lebendig :-)
Übrigens: Die zuletzt genannte Gebärde, an der
eigenen Brust ausgeführt und durch eine bestimmte Mundgestik
(aufgeblasene Wangen) begleitet, bedeutet so viel wie „innerlich kochen/
wütend sein”.