Sieh dir mal die Gebärde für Fernsehen an. Ich glaube einen Fernseher mit zwei Drehknöpfen gibt es sei den 70-er Jahren nicht mehr. Logik gibt es in Sprachen nicht. Und bei Diskussionen um Begrifflichkeiten mache ich auch nicht mit (Man kann Tage darüber diskutieren, wie ein Zollstock heißen muss …)
Deine Frage habe ich mir auch schon ganz oft gestellt. Ich würde nach einigen Gesprächen sagen, es ist eher unerwünscht Gebärden neue Mundbilder zu verpassen, Wortschöpungsprozesse und Mundbildprozesse sind eher Sacher der Gebärdensprachgemeinschaft.
Das ist so wie der Versuch der Niederländer den Begriff Deutsches Dialektkontinuum mit jedem Mittel aus der Deutschen Sprache zu entfernen und dafür auch nicht an Forschungsmitteln sparen. Ich kann dir nicht sagen, ob es ein norwegisches oder Schweizer Dialektkontinuum ist. Aber die Niederländer mögen sich bitte nicht mit so einer Kraft in unsere Begrifflichkeiten einmischen, mögen sie richtig, falsch oder veraltet sein. Mit anderen Worten als Gebärdensprachler würde ich mich verletzt fühlen.
Aber was meine Strategien sind, ist
-sich Verständlich machen
-Zusammenhang gewähren (Gebärdensprache braucht wie einige andere gesprochenen Sprachen wirklich mehr Zusammenhang als die deutsche Lautsprache)
-beschreiben
-ganz wichtig scheint auch die eigene Vorstellung zu sein, wie das Bild aussieht, was man vor Augen hat. Ich kann mich an eine Diskussion erinnern, welches die Gebärde für Lebkuchen ist. Nun, es gab keine, stattdessen mehr als ein Dutzend Formen, die temporäre Gebärde war danach LK..
-Man kann auch erst einmal eine Gebärde nehmen, die man gelernt hat und anschließend den Bewegungsablauf genauer darstellen (Desinfektion, dann Desinfektion mit großflächiger Tinktur, Spritze etc.)
-man kann sich für die Dauer eines Gespräches oder Themas auf eine Gebärde oder Abkürzung oder Mundbild einigen u.v.a mehr
Ich bin sehr Kreativ mich verständlich zu machen und versuche gebärdensprachliche Mittel einzusetzen, soweit ich sie kann. Und wenn das funktioniert hat, bekomme ich auch die richtige Gebärde genannt, oder eben die Antwort, dass es keine gibt, oder wie man es darstellt. Und glaub mir, die Meinungen können Abhängig von Region, Person, und deren Ausbildungsort sehr, sehr unterschiedlich sein.
Für mich alles keine leichten Themen, aber Gebärdensprache scheint eben so zu sein. Und ja, fast alle gängigen Lexika enthalten keine ausreichenden Angaben über Region, Bekanntheit oder genauere Bedeutungen einer Vokabel. Und ob eine Gebärde veraltet ist kannst du auch nicht sehen.
Wie auch immer, ich wünsche dir, dass es die von dir gewünschte zutreffendere Gebärde gibt, oder sich eine zutreffende Gebärde Durchsetzt. Ich denke der Support wird es dir je nach Dienstzeiten bald beantworten.