Hallo Stefan,
danke für Deine Frage. Die Antwort darauf hat viel mit Sprachökonomie zu tun. Das bedeutet, dass jede Sprache sich natürlicherweise immer so entwickelt, dass sie mit möglichst geringem Aufwand möglichst viel ausdrückt. Sprachökonomie ist ein wesentlicher Faktor des Sprachwandels, also dass Sprachen sich im Laufe der Zeit durch ihre Verwendung verändern und den Bedürfnissen ihrer Nutzer*innen anpassen. Das kann auf Wort-, aber eben auch auf Satzebene zum Vorschein kommen (wenn ich eben „Wortebene“ zum Beispiel nicht ausgeschrieben habe ;-) ).
In dem konkreten Beispiel werden Subjekt und Objekt der Handlung bereits durch andere gebärdensprachliche Mittel festgelegt: Die TANTE wird von der gebärdenden Person aus schon leicht nach rechts gebärdet, wodurch sie dort im Gebärdenraum verortet wird. Direkt im Anschluss macht die gebärdende Person eine Körperdrehung mit den Schultern in die gleiche Richtung; dadurch stellt sie sich im Gebärdenraum der TANTE gegenüber, legt also Subjekt und Objekt fest. Dann richtet sie den Blick in die Richtung der verorteten TANTE und schlüpft damit in die Rolle des Subjekts.
Entscheidend ist dann die Regel, dass in der DGS immer ICH zum Subjekt wird, wenn kein anderes Subjekt genannt wird. Das ist hier der Fall, und das ist das konkrete Beispiel von Sprachökonomie in der DGS.
Anschließend wird dann, wie Du richtig angemerkt hast, ERKLÄREN-ihr und nicht ERKLÄREN-mir gebärdet.
Sicher würde man in der Kommunikation mit Sprachanfänger*innen oder auch in einer sehr formalen Situation im Unterricht eher ICH explizit mitgebärden. Ihr seid hier aber jetzt schon in der Mitte des Levels A2 angelangt, und da wird es Zeit, dass Satzbeispiele usw. langsam von den ganz formalen Regeln weg hin zur natürlichen Sprachverwendung gehen, sodass Ihr Lernenden darauf vorbereitet werdet, in die echte Gebärdensprachwelt da draußen eintauchen zu können ;-)
Ist das etwas verständlicher geworden?
Beste Grüße und viel Spaß weiterhin!
Jochen
manimundo Support-Team
danke für Deine Frage. Die Antwort darauf hat viel mit Sprachökonomie zu tun. Das bedeutet, dass jede Sprache sich natürlicherweise immer so entwickelt, dass sie mit möglichst geringem Aufwand möglichst viel ausdrückt. Sprachökonomie ist ein wesentlicher Faktor des Sprachwandels, also dass Sprachen sich im Laufe der Zeit durch ihre Verwendung verändern und den Bedürfnissen ihrer Nutzer*innen anpassen. Das kann auf Wort-, aber eben auch auf Satzebene zum Vorschein kommen (wenn ich eben „Wortebene“ zum Beispiel nicht ausgeschrieben habe ;-) ).
In dem konkreten Beispiel werden Subjekt und Objekt der Handlung bereits durch andere gebärdensprachliche Mittel festgelegt: Die TANTE wird von der gebärdenden Person aus schon leicht nach rechts gebärdet, wodurch sie dort im Gebärdenraum verortet wird. Direkt im Anschluss macht die gebärdende Person eine Körperdrehung mit den Schultern in die gleiche Richtung; dadurch stellt sie sich im Gebärdenraum der TANTE gegenüber, legt also Subjekt und Objekt fest. Dann richtet sie den Blick in die Richtung der verorteten TANTE und schlüpft damit in die Rolle des Subjekts.
Entscheidend ist dann die Regel, dass in der DGS immer ICH zum Subjekt wird, wenn kein anderes Subjekt genannt wird. Das ist hier der Fall, und das ist das konkrete Beispiel von Sprachökonomie in der DGS.
Anschließend wird dann, wie Du richtig angemerkt hast, ERKLÄREN-ihr und nicht ERKLÄREN-mir gebärdet.
Sicher würde man in der Kommunikation mit Sprachanfänger*innen oder auch in einer sehr formalen Situation im Unterricht eher ICH explizit mitgebärden. Ihr seid hier aber jetzt schon in der Mitte des Levels A2 angelangt, und da wird es Zeit, dass Satzbeispiele usw. langsam von den ganz formalen Regeln weg hin zur natürlichen Sprachverwendung gehen, sodass Ihr Lernenden darauf vorbereitet werdet, in die echte Gebärdensprachwelt da draußen eintauchen zu können ;-)
Ist das etwas verständlicher geworden?
Beste Grüße und viel Spaß weiterhin!
Jochen
manimundo Support-Team